Bewährung

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Anwalt bei Bewährung

Eine Bewährung stellt im Strafrecht die Chance dar, einen Schaden wiedergutzumachen und gleichzeitig zu beweisen, dass keine Straffälligkeit mehr zu erwarten ist. Aus strafrechtlicher Perspektive ist durchweg die Aussetzung einer Freiheitsstrafe gemeint, bei der die Strafe zwar ausgesprochen aber nicht vollstreckt wurde. Die Vollstreckung droht dann, wenn der Verurteilte die Bewährung nicht dazu nutzt, seine Besserung nachzuweisen und es erneut zur Verübung einer Straftat kommt.

Die gesetzliche Grundlage für die Bewährung findet sich sich in § 56 sowie § 57 StGB. Letzteres Paragraf stellt jedoch einen Sonderfall dar und widmet sich der „Aussetzung des Strafrestes zur Bewährung“, wenn zuvor bereits eine Haftstrafe verbüßt wurde.

Der Grund, weswegen im deutschen Strafrecht immer wieder eine Bewährung verhängt wird, liegt in der empirischen Erkenntnis, dass es seltener zu Wiederholungstaten kommt. Gleichzeitig ist die Chance der Resozialisierung größer und es entstehen weniger Kosten für die Haftunterbringung. Sobald die Bewährungszeit vorüber ist, wird die Strafe erlassen und auch die mit der Bewährung verbundenen Auflagen brauchen nicht mehr erfüllt zu werden.

Flankierend zur Bewährung kann dem Verurteilten ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt werden. Auch existieren Auflagen, die in der Meldung jedes Wohnsitzwechsels, der Wiedergutmachung eines Schadens oder dem Leisten von Arbeitsstunden zu sozialen Zwecken bestehen. Ebenfalls denkbar ist die Teilnahme an einer Alkohol- oder Drogentherapie. Wird gegen die Auflagen der Bewährung verstoßen, so kann entweder die Haftstrafe verhängt oder die Bewährungszeit verlängert werden. In aller Regel liegt diese zwischen zwei und fünf Jahren.

Grundlage für die Entscheidung, ob eine Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird oder nicht, ist die Sozialprognose. Bei einer Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten muss bei günstiger Prognose eine Bewährung erfolgen, bei längeren Freiheitsstrafen müssen auch noch andere Gründe herangezogen werden.

Es ist jedoch stets zu beachten, dass die Vorstrafe und die Aufnahme in das Bundeszentralregister auch bei einer Bewährungsstrafe erfolgt. Mit anderen Worten wirkt sich die Bewährung lediglich auf die Umsetzung eines Urteils und nicht auf dessen Substanz aus.

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