Mord / Totschlag

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Mord / Totschlag

Landläufig werden Mord und Totschlag als Kerndisziplinen im Strafrecht angesehen. Hierzu ist jedoch zu bemerken, dass die Häufigkeit solcher Vergehen in der praktischen Arbeit eines Strafverteidigers in München deutlich geringer liegt, als beispielsweise bei Betrug, Diebstahl, Körperverletzung oder Taten aus dem Sexualstrafrecht.

Kennzeichnend ist, dass sowohl Mord als auch Totschlag zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe führen können. Zudem liegt das Mindeststrafmaß für Totschlag gemäß § 212 StGB bei fünf Jahren. Im Bereich Totschlag existieren auch minder schwere Fälle, bei denen das Strafmaß zwischen einem und fünf Jahren liegt. Solche liegen gemäß § 213 StGB dann vor, wenn im Affekt gehandelt wurde. Auch abzugrenzen ist § 216 StGB, in dem es um die ebenfalls strafbare Tötung auf Verlangen geht.

Die Grenzlinie zwischen Mord und Totschlag wird vom Gesetzgeber klar gezogen. Ausschlaggebend für die Einstufung ist die Vorsätzlichkeit. Wer jemand anderen körperliche verletzen möchte und dabei dessen Tot in Kauf nimmt bzw. herbeiführt, begeht einen Totschlag. Umstritten ist, ob beides eigenständige Delikte sind oder ob der Totschlag als das Grunddelikt und der Mord (analog beispielsweise zur Körperverletzung und der schweren Körperverletzung) als dessen strafverschärfende Qualifikation anzusehen ist.

Mord ist in § 211 StGB stets mit lebenslanger Freiheitsstrafe verbunden. Die Definition liegt in einer besondere Verwerflichkeit des Beweggrundes, der Begehungsweise oder der Absicht. Beispiele für die genannten Beweggründe sind Mordlust, sexuelle Befriedigung oder auch Habgier. Ebenfalls finden sich in der gesetzlichen Definition Begriff wie Heimtücke, Grausamkeit oder die Verwendung gemeingefährlicher Mittel wie Bomben, die als strafverschärfend anzusehen sind.

Totschlag wurde nach der Polizeilichen Kriminalstatistik des Jahres 2012 deutschlandweit 2.126-fach verübt, Mord 281 Mal, wobei 375 Fälle als versuchter Mord eingestuft wurden.

Im Gegensatz zum Mord, der nicht verjährt, ist ein Totschlag gemäß § 78 StGB nach 20 Jahren „vom Tisch“. Selbstverständlich ist auch versuchter Mord eine Straftat, die niemals verjährt.

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