Anwalt bei Kinderpornografie in München

Das Verbreiten von kinderpornografischen Schriften wird streng nachverfolgt und in der Regel mit einer Freiheitsstrafe versehen. Doch jüngste Fälle zeigen, dass Strafen, die unter § 184b StGB fallen, auch mit einer Bewährungsstrafe bestraft werden können.

Ich vertrete Sie erfahren, diskret und mit Biss

Katja Günther ist Fachanwältin für Strafrecht und verteidigt seit über 15 Jahren ihre Mandanten. Kontaktieren Sie mich!

5,0 ★★★★★ bei 60 Google-Bewertungen

Auf einen Blick – die wichtigsten Informationen zum Thema Verbreitung kinderpornografischer Schriften:

  • Strafbar sind das eigene Verfügen von Bild- oder Videomaterial (Download / Speicherung), das Verbreiten kinderpornografischer Schriften in jeglicher Form, das Veröffentlichen von Material, sowie das Herstellen und Wiedergeben.
  • Als Kinder gelten Personen unter 14 Jahren. Werden ältere Personen / Jugendliche so dargestellt, dass sie jünger als 14 Jahre wirken, dann gilt auch hier der Strafbestand der Kinderpornografie.
  • Ermittlungsbehörden verfolgen zunehmend Aktivitäten im Darknet und arbeiten zudem eng mit ausländischen Behörden zusammen.

Wer kinderpornografisches Material erwirbt, verbreitet oder besitzt, macht sich in Deutschland gemäß § 184b StGB strafbar. In einem solchen Falle ist aktuell mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren zu rechnen. Für bandenmäßige Handlungen und gewerbsmäßiges Begehen werden derzeit Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vorgesehen.

Im Frühjahr 2021 wurde ein neues Gesetz beschlossen, welches die Verbreitung und den Besitz von Kinderpornografie künftig als Verbrechen einstuft und mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr belegt. Eine Mindestfreiheitsstrafe von zwei Jahren soll für gewerbsmäßige oder bandenmäßige Tatbegehungen gelten.

Bewährungsstrafen bei Kinderpornografie? Der Fall Christoph Metzelder

Im April 2021 wurde ein öffentlicher Fall der Kinderpornografie mit einer – für diesen Strafbestand – milden Strafe versehen. Nachdem der ehemalige Profifußballer Christoph Metzelder von einer Internetbekanntschaft angezeigt wurde, wurde er zu einer 10-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Das Urteil beruft sich auf 26 Fälle über Beschaffung und Weitergabe kinderpornografischer Bilder.

Schuldbewusst räumte der 40-Jährige die Weiterleitung und Beschaffung von 18 Dateien mit kinder- und jugendpornografischem Inhalt ein. Es handelte sich laut seiner Aussage um frei zugängliche Seiten, auf denen Vorschaubilder angezeigt wurden. Von diesen machte er Screenshots, verschickte und löschte sie anschließend direkt.

Die durch diesen prominenten Fall gezeigte Auslegung des §184b StGB zeigt deutlich, dass es hierbei auf die Details, Definitionen und eine professionelle Verteidigung ankommt. Doch was ist eigentlich in den Augen des Gesetzgebers zur Kinderpornografie zu zählen?

Was zählt zu Kinderpornografie?

Für einen Strafbestand muss immer ein sexueller Bezug erkennbar sein. Hierzu zählen:

  • unnatürliche, erotisch aufreizende Körperhaltung
  • Posing-Bilder, bspw. gespreizte Beine; auch wenn die Aufnahmen in einem nicht sexuellen Kontext, sondern zufällig entstehen
  • geschlechtsbetonte Darstellung
  • Nacktheit des Kindes, gesamt oder nur teilweise
  • sexuelle Handlung von, an oder vor einem Kind

Diese Kriterien zeigen, dass Inhalte bereits als strafbar eingestuft werden können, die keine sexuelle Handlung im Vordergrund haben.

Zu den Inhalten zählen Bilder und Videos, gedruckte Schriften sowie Ton- und Bildträger. Dabei spielen auch solche Dateien eine Rolle, die auf mobilen Speichermedien wie einem USB-Stick oder einer Festplatte gesammelt werden.

Doch nicht jede Aufnahme von nackten Kindern entspricht direkt kinderpornografischen Aspekten. Ein spielendes Kind am Strand oder ein Bild aus der Badewanne kann auch nicht pornografisch gedeutet werden.

Wer gilt als Kind im Sinne pornografischer Inhalte?

Alle Personen unter 14 Jahren werden gemäß dem Sinn des Strafbestands als „Kind“ eingestuft. Betrachtet wird immer das tatsächliche Alter zum Zeitpunkt der Aufnahme, auch wenn ein anderes Alter suggeriert wird.

Material von Personen, die älter als 14 Jahre sind, dem Betrachter jedoch das Bild vermitteln, dass es sich um ein Kind handele, können ebenfalls als Kinderpornografie zählen.

Wird jedoch eine offensichtlich ältere Person lediglich kindlich dargestellt- in Windeln oder kindsähnlicher Kostümierung – liegt kein Straftatbestand vor.

Wann ist Kinderpornografie strafbar?

Der Besitz, der Erwerb, die Herstellung und die Verbreitung von kinderpornografischen Aufnahmen sind gemäß § 184 b StGB strafbar. Bei kinderpornografischen Inhalten sollte besser Vorsicht als Nachsicht gelten. Die nachfolgenden Straftatbestände unterscheiden sich in der Schwere der Strafe erheblich. So drohen Geldstrafen bis hin zu zehn Jahren Freiheitsentzug.

Ab wann zähle ich als Besitzer kinderpornografischer Inhalte?

Mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren ist für den Besitz von kinderpornografischem Material zu rechnen.

Wer die tatsächliche Verfügungsgewalt über kinderpornografische Inhalte hat, macht sich strafbar.

Dies ist bereits der Fall, wenn eine entsprechende Datei (Bild / Video / Ton) heruntergeladen und gespeichert wird.

Sollte dieses Vorhaben aufgrund eines technischen Fehlers nicht vollendet werden, entspricht der gescheiterte Download dennoch dem Tatbestand des Besitzes von kinderpornografischen Inhalten.

Gelangt unbewusst und unverschuldet kinderpornografisches Material auf den Computer oder das Mobilgerät, ist dies kein strafbares Verhalten. Für eine Strafbestand muss der Täter mit Vorsatz handeln und in Kenntnis über die Existenz der Dateien sein.

Ist der Versuch der Beschaffung bereits eine Straftat?

Eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahre gelten als Strafmaß für das Besitzverschaffen kinderpornografischer Inhalte.

Jeder Versuch, der darauf abzielt in den Besitz von kinderpornografischem Material zu gelangen, ist strafbar.

Hier greift erneut die tatsächliche Verfügungsgewalt. Das heißt, bereits die Speicherung von kinderpornografischen Dateien auf eigenen Datenträgern und in Arbeits- oder Cache-Speicher gilt als Strafbestand.

Verbreitung kinderpornografischer Schriften – von Chats, über Messenger-Gruppen bis hin zum Darknet

Wer kinderpornografische Inhalte verbreitet, wird mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

Werden kinderpornografische Inhalte an eine bestimmte Personengruppe oder an eine Vielzahl von Personen weitergebeben, wird der Tatbestand der Verbreitung erfüllt.

Greift der Empfänger nicht auf die Datei zu oder nimmt keine Kenntnis davon, macht der Absender sich dennoch strafbar. Eine Strafbarkeit wegen Verbreitens kinderpornografischer Inhalte liegt bereits vor, wenn entsprechende Dateien in den Arbeitsspeicher eines anderen Endgeräts geladen wurden.

Das Verbreiten über anonyme Messenger Dienste, wie beispielsweise Kik oder Chatstep sowie über Seiten im Darknet nimmt zu. Eine Verbreitungshandlung kann bereits vorliegen, sobald man Mitglied in entsprechenden Gruppen ist, ohne aktiv zu handeln und ohne Inhalte zu versenden.

Ist das Teilen eines Links bereits strafbar?

Es droht eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahre für den Tatbestand des öffentlich Zugänglichmachen. Hierzu zählen öffentliches Ausstellen, Anschlagen oder Vorführen.

Es kommt nicht auf eine tatsächliche Kenntnisnahme an. Das Material muss also nicht – wie beim Verbreiten der Fall – vom Empfänger heruntergeladen werden.

Strafbar ist bereits das Online stellen von kinderpornografischen Inhalten. Hierzu zählt auch das Bereitstellen entsprechender Links.

Das zur Verfügung stellen an einen unbestimmten und größeren Personenkreis ist also bereits strafbar.

Können mich private Nachrichten und E-Mails belasten?

Eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren droht auch für das Verschaffen von Drittbesitz kinderpornografischer Inhalte.

Wer einer bestimmten Person den Zugang zu kinderpornografischen Inhalten verschafft, macht sich strafbar.

Jede Form der Übergabe von kinderpornografischem Material fällt hierunter.

Es geht demnach nicht darum, wie die weitere Person mit den Inhalten umgeht.

Straftat: Produktion und Herstellung von Kinderpornografie

Mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer kinderpornografisches Material herstellt.

Die Herstellung von kinderpornografischem Material auf der Grundlage eines tatsächlichen Geschehens gilt als Straftat. Für den Strafbestand ist es nicht ausreichend, wenn es sich um die Wiedergabe eines nur wirklichkeitsnahen Geschehens handelt.

Der Tatbestand greift nicht, wenn bereits bestehende kinderpornografische Inhalte reproduziert werden. Dieses Vorgehen fällt unter das Verbreiten und kann somit dennoch strafbar sein.

Von der Idee zur Umsetzung – ab wann mache ich mich strafbar?

Vorbereitungshandlungen werden mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

Strafbar ist ebenfalls das Anbieten, Bewerben, die Ein- und Ausfuhr, das Liefern, Beziehen, Herstellen und Vorratshalten kinderpornografischer Inhalte.

Höchstes Strafmaß: gewerbsmäßiges Handeln und Handeln als Mitglied einer Bande

Eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren werden für diesen besonders schweren Strafbestand veranschlagt.

Die höchste Strafe für die Verbreitung von pornografischer Schriften und Kinderpornografie hat zu erwarten, wer die oben aufgeführten Handlungen gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande begeht.

Wer mit kinderpornografischem Material ein Einkommen erzielt und die Tat wiederholt, handelt gewerbsmäßig.

Mindestens drei Personen, die sich zur Begehung von Taten verabreden zählen als Bande. Eine Zusammenarbeit mit zwei anderen Personen kann demnach als Handeln als Mitglied einer Bande eingestuft werden.

Verjährung bei Kinderpornografie?

Bei der Verjährungsfrist muss zwischen der Verbreitung und des Besitzes kinder- und jugendpornografischen Schriften nach § 184 StGB unterschieden werden.

  • Für die Verbreitung gilt: sobald Inhalte geteilt bzw. veröffentlicht werden, beginnt die Frist der Verjährung. Denn zu diesem Zeitpunkt ist die Tat beendet.
  • Beim Besitz handelt es sich um einen Dauerdelikt. Hier beginnt die Verjährungsfrist erst mit dem Zeitpunkt, ab dem die Inhalte sich nicht mehr im Besitz befinden.

Je nach angedrohtem Strafmaß orientiert sich die Verjährungsfrist. Für den Erwerb, die Verbreitung oder den Besitz von Kinderpornografie gilt eine Verjährungsfrist von fünf Jahren.

Wer kinderpornografische Inhalte gewerbsmäßig oder bandenzugehörig erwirbt, verbreitet oder besitzt, muss mit einer Verjährungsfrist von zehn Jahren rechnen.

Mit welchen Konsequenzen ist bei einer Beschuldigung zu rechnen?

Sobald der Verdacht auf Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornografischer Inhalte besteht, werden erfahrungsgemäß alle technischen Speichermedien, Computer und Mobilgeräte beschlagnahmt.

Hierfür werden regelmäßige Hausdurchsuchungen seitens der Ermittlungsbehörden durchgeführt. Diese Durchsuchungen finden des Öfteren auch am Arbeitsplatz des Beschuldigten statt.

Aufgrund der gesellschaftlichen Brisanz des Themas, ist bereits der Verdacht für einen Betroffenen folgenreich. Ein durchdachtes Handeln und fachmännische Unterstützung durch eine Fachanwältin für Strafrecht ist unabdingbar, um bestmögliche Lösungen erzielen zu können und frühzeitige Verteidigungsstrategien erarbeiten zu können.

§ 184b StGB Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornographischer Inhalte

Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren

Bei gewerblichem Handel, bandenzugehörigem Vorgehen und in besonderen Fällen droht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.