Anwalt bei Doping im Sport in München

Das Gesetz gegen Doping im Sport (Anti-Doping-Gesetz – AntiDopG) und das Arzneimittelgesetz (AMG) sind nicht mit dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) zu verwechseln. Wenngleich sich in der Arbeit als Strafverteidiger immer wieder Überschneidungen finden, ist jeweils von einem eigenständigen Rechtsgebiet auszugehen.

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Wichtiges in Kürze:

  • Unter Doping wird die Einnahme von unerlaubten Mitteln – häufig Anabolika − zur sportlichen Leistungssteigerung verstanden.
  • Seit dem in Kraft treten des neuen Anti-Doping-Gesetztes steht auch Selbstdoping unter Strafe. Dies gilt nicht für Amateursportler oder außerhalb von sportlichen Wettbewerben.
  • Bei gewerbsmäßiger Anwendung von Dopingmitteln oder bei der Anwendung bei minderjährigen Personen, drohen hohe Freiheitsstrafen.

Gehört Doping zum Sport?

Immer wieder wird über Dopingfälle im (Profi-)Sport berichtet. Für besonders großes Aufsehen sorgte im Jahr 2013 das Geständnis von Lance Armstrong. Nach der Enthüllung wurden ihm sämtliche sieben Tour-de-France-Siege aberkannt. Anhand dieser Konsequenzen wird deutlich, dass Doping im Sport oftmals genutzt wird, jedoch weitreichende Folgen mit sich trägt.

Die Sportart mit den meisten Dopingfällen war im Jahr 2019 die olympische Kernsportart Leichtathletik. Es wurden 81 Fälle in den Kategorien Laufen, Werfen und Springen aufgedeckt.

Doch ab wann ist die Verwendung und der Besitz von Dopingmitteln rechtswidrig und welche Substanzen gelten als Doping? Diese Fragen beantwortet das Anti-Doping-Gesetz.

Verschärfung der Rechtslage stellt Selbstdoping unter Strafe

Das Arzneimittelgesetz definierte bis Ende 2015 die Rechtslage in Bezug auf Arzneimittel zu Dopingzwecken im Sport. Gemäß § 6a AMG war das Inverkehrbringen, die Verschreibung oder Verabreichung an Dritte verboten. Eine Selbsteinnahme war jedoch legal. Es folgte die Aufhebung dieses Paragrafen und das in Kraft treten des neuen Anti-Doping-Gesetzes.

Gemäß § 3 AntiDopG ist das Selbstdoping für Profisportler des organisierten Sports im Rahmen von Wettbewerben seit dieser Gesetzesreform verboten.

Die Anwendung von Doping außerhalb des Profisports

Nutzt ein Spitzensportler Dopingmittel, um in sportlichen Wettbewerben bessere Leistung zu erzielen, fällt dies unter den Straftatbestand des Selbstdoping gemäß § 3 AntiDopG.

Solange keine medizinischen Gründe für die Verabreichung der Dopingmittel bestehen, gelten keine Mindestmengen für den Besitz oder den Erwerb eben solcher Mittel zur Leistungssteigerung.

Anders sieht es außerhalb eines Wettbewerbs des organisierten Sports und für Freizeitsportler aus. In diesen Fällen steht die Anwendung von Dopingmitteln nicht per se unter Strafe – sofern sie in geringen Mengen erworben und angewendet werden. Für welche Stoffe welche Mengen gelten regelt die Dopingmittel-Mengen-Verordnung (DmMV).

Handel mit Dopingmitteln ist kein Kavaliersdelikt

Amateursportler dürfen also für eigene Zwecke Dopingmittel in geringen Mengen erwerben und besitzen, doch sobald Handel mit diesen Stoffen betrieben wird oder größere Mengen gefunden werden, die auf ein Handeltreiben schließen lassen, greift § 2 AntiDopG.

Dieser Paragraf behandelt den Umgang mit Dopingmitteln und die Anwendung von Dopingmethoden. Hierunter fallen folgende strafbare Handlungen in Zusammenhang mit Dopingmitteln:

  • Herstellung
  • Handel treiben
  • Veräußerung, Inverkehrbringung und Abgabe
  • Verschreibung
  • Anwendung bei einer anderen Person
  • Besitz und Erwerb nicht geringer Mengen

Somit ist jeglicher Handel, auch über Internetplattformen oder das Darknet, mit Mitteln, die unter das AntiDopG fallen, eine Handlung, die strafrechtlich verfolgt wird.

Spezielle Fälle des Anti-Doping-Gesetzes

Werden Dopingmittel an eine Person unter 18 Jahren abgegeben, verschrieben oder angewendet, handelt es sich hierbei gemäß § 4 AntiDopG um eine Straftat, die besonders hart bestraft wird.

Dies gilt auch, sobald jemand gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt.

Wird wissentlich die Todesgefahr der gedopten Person in Kauf genommen, gilt ebenfalls ein besonders hoher Strafrahmen. Für einen solchen Fall ist es notwendig, dass der Beschuldigte einer dritten Person Dopingmittel abgibt oder verabreicht. Sofern diese Stoffe eine gesundheitliche schwere Schädigung bis zum Tod zur Folge haben können und der Beschuldigte sich dessen bewusst ist und diese Folgen in Kauf nimmt, ist von einer schweren Straftat auszugehen.

Dieser Strafrahmen droht bei unerlaubtem Umgang mit Dopingmitteln

Der Strafrahmen für den unerlaubter Umgang mit Dopingmitteln und die unerlaubte Anwendung von Dopingmethoden beträgt grundsätzlich bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe.

Je nach Schwere der Straftat des Selbstdopings muss für dieses Vergehen eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahre oder Geldstrafe erwartet werden.

Für besonders schwere Fälle sieht die Rechtslage eine Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren vor.